Fertighäuser

von admin | Allgemein | 25. April 2012 14:54 Uhr

Ein Fertighaus ist ein Haus, welches aus mehreren vorgefertigten Teilen besteht. Die einzelnen Teile werden am späteren Standort des Hauses zusammengesetzt. Trotz des standardisierten Verfahrens werden die Häuser individuell nach den Wünschen des Bauherrn gefertigt. Die Anfertigung eines Fertighauses erfordert einen besonders hohen Planungsaufwand, da alle relevanten Entscheidungen bereits in der Planungsphase getroffen werden müssen. Im Gegensatz zu anderen Häusern ist es bei einem Fertighaus nicht möglich im Laufe des Bauvorschritts noch Änderungen vorzunehmen oder nachträgliche Wünsche zu berücksichtigen. Es gibt verschiedene Bauweisen für die Errichtung von Fertighäusern, wie die Holzrahmenbauweise, die Holztafelbauweise und die Stahlbetonbauweise. Auch die Herstellung von Fertighäusern in massiver Bauweise, sogenannte massive Fertighäuser, ist möglich.

Wer ein solches Haus errichten lassen möchte kann die Bauplanung mit einem Architekten oder direkt mit einem Hersteller von Fertighäusern vornehmen. Der Architekt erstellt anhand der Vorstellungen des Bauherrn einen Entwurf, der dann von einer Fertighausfirma umgesetzt wird. Zumeist wird jedoch auch die Bauplanung durch den Hersteller durchgeführt. Anhang von Katalogen und Musterhäusern sucht der Bauherr ein Haus aus, welches seinen Bedürfnissen gerecht wird. Hierbei werden neben der Raumaufteilung auch die Größe und die Gesamtkosten betrachtet. Häufig ist es möglich in einem Baukastensystem aus den Angeboten des Herstellers sein individuelles Haus zusammen zu stellen. Nachdem die Baugenehmigung für das geplante Bauvorhaben erteilt wurde werden alle relevanten Einzelheiten besprochen, wie zum Beispiel die Art und Farbe der Dacheindeckung, die Innenausstattung und die Art der Fenster und Türen. Hierbei ist besondere Genauigkeit erforderlich, denn spätere Änderungswünsche können häufig nicht mehr oder nur unter großem Kostenaufwand berücksichtigt werden. Nach Abschluss der Planungsarbeiten werden die einzelnen Teile des Hauses hergestellt. Zeitgleich wird das Grundstück für die Errichtung des Hauses vorbereitet. Sofern gewünscht wir der Keller errichtet und die Bodenplatte gegossen. Die Einzelteile des Hauses werden dann angeliefert und montiert.

Unterarten eines Fertighauses sind das Bausatzhaus und das Ausbauhaus. Ein Bausatzhaus besteht ebenfalls aus mehreren Teilen und Bauelementen. Diese Teile werden dem Bauherrn auf sein Baugrundstück geliefert und sind von ihm eigenverantwortlich zu montieren. Bei einem Ausbauhaus ist der Bauherr für den gesamten Innenausbau des Hauses verantwortlich. Durch den Fertighaushersteller wird das Haus mit Dach, Fenstern und Außenputz errichtet. Je nachdem was der Bauherr wünscht kann das Haus vom Hersteller noch mit Fußböden, sanitären Anlagen und der Elektroinstallation versehen werden, danach übernimmt der Bauherr den weiteren Ausbau in Eigenregie. Bei schlüsselfertigen Fertighäusern wird der gesamte Innenausbau durch den Hersteller übernommen. Bodenbeläge, Tapeten und Anstriche sind hiervon im Regelfall nicht erfasst und sind dann vom Bauherrn zu leisten. Auch Kanal- und Versorgungsanschlüsse sind nicht immer im Angebot enthalten. Je nach den Wünschen des Bauherrn und nach seinen handwerklichen Fähigkeiten und den finanziellen Möglichkeiten ist genau zu planen, welche Leistungen durch den Hersteller erbracht werden sollen und welche Arbeiten der Bauherr selbst durchführen kann.

Die Vorteile eines Fertighauses sind eine sehr gute Kostenkontrolle und die kurze Bauzeit. Als Nachteil muss die nicht völlig freie Planung angeführt werden, auch wenn die Planungsmöglichkeiten immer flexibler werden und in der Regel die Wünsche des Bauherrn weitestgehend umgesetzt werden können. Der Wertverlust ist bei einem Fertighaus höher als bei Häusern, die in Massivbauweise errichtet wurden. Bei Holzfertighäusern muss mit einem höheren Versicherungsbeitrag für die Gebäudeversicherung gerechnet werden.

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