Massivhäuser
Als Massivhaus wird ein Haus bezeichnet, welches aus massiven Werkstoffen hergestellt wurde. Im Wesentlichen werden für die Errichtung Steine, Beton oder Stahlbeton sowie Ziegel verwendet. Der Bau eines Massivhauses erfolgt von Grund auf. Nachdem die Fundamente und Bodenplatte hergestellt wurden werden die Mauern hierauf errichtet. Die Wände werden in der Regel aus Kalksandsteinen, Leichtbetonsteinen, Betonsteinen oder Porenbetonsteinen gemauert. Das Besondere an der Massivbauweise ist, dass den Wänden und Decken auch eine statisch tragende Funktion zukommt. Das Gegenteil hierzu ist die Skelettbauweise, wie sie im Fachwerkbau verwendet wird. Bei dieser Bauweise sind zusätzliche Stützen und Streben zum Lastabtrag erforderlich. Nichttragende Wände eines Massivhauses können auch in Trockenbauweise errichtet werden. Die Verwendung von Fertigteilen ist auch beim Bau in Massivbauweise Standard. Beispielsweise für Decken, Balkone und Treppen werden Fertigteile verarbeitet. Die Außenwände können einschalig oder mehrschalig errichtet werden. Bei den einschaligen Wänden unterscheidet man solche mit oder ohne Wärmedämmung. Bei Wänden ohne Wärmedämmung werden leichte Mauersteine wie Leichtbeton oder Porenbeton verwendet. Alternativ können auch Wärmedämmziegel oder Hochlochziegel verarbeitet werden. Zum Schutz vor Witterung werden die Steine mit Außenputz versehen. Die Wärmeleitfähigkeit einer solchen Wand liegt zwischen 0,07 und 0,12 W/mK. Der Nachteil der Außenwand ohne Wärmedämmung liegt in einem geringeren Schallschutz und schlechterem Feuerwiderstand. Auch der Wärmeschutz bei hohen Außentemperaturen ist geringer. Bei den einschaligen Wänden mit zusätzlicher Dämmung wird eine tragende Wand aus Mauersteinen mit hoher Rohdichte errichtet. Hierzu werden Kalksandsteine, Vollziegel oder Steine aus Beton oder Stahlbeton verwendet. Auf diese tragende Wandscheibe wird von außen eine Wärmedämmung geklebt oder gedübelt. Diese kann aus Polystrol-Hartschaumplatten oder Mineralfaserplatten bestehen. Zum Witterungsschutz wird auch hier ein Außenputz aufgebracht. Der Aufbau von zweischaligen Außenwänden ist denen der gedämmten einschaligen Wände sehr ähnlich. Die tragende Wand wird hierbei mit einem Verblendmauerwerk versehen. Dieses besteht beispielswiese aus Vormauerziegeln, Klinkern oder Betonsteinverblendern. Die Verbindung des Verblendmauerwerks mit der tragenden Wand wird mittels Drahtankern hergestellt. Der Abstand zwischen der tragenden Wand und der Verblendung beträgt ca. 15 bis 20 cm. Bei bestehenden Gebäuden ist der Schalenraum in der Regel nicht zusätzlich gedämmt. Nach heutiger Wärmeschutzrichtlinie ist eine Kerndämmung erforderlich. Hierbei kann der Schalenraum vollständig oder nur zum Teil ausgefüllt werden.
Im Gegensatz zum Massivbau steht der Leichtbau. Während zum Massivbau alle Konstruktionen aus Stein und allen Varianten von Beton zählen, werden beim Leichtbau Materialien wie Holz, Stahl und Aluminium verwendet. Massivbau besteht als eigenständige Fachrichtung der Bautechnik an Hochschulen und Universitäten neben den Fachrichtungen Stahl- bzw. Metallbau und Holzbau.