Holzhaus

von admin | Allgemein | 19. April 2012 22:23 Uhr

Unter einem Blockhaus versteht man Gebäude, dessen Wände aus Baumstämmen errichtet wurden. In Blockbauweise werden hierzu Baumstämme übereinander angeordnet und miteinander verbunden. Hierzu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Blockhäuser können zum Beispiel aus geschälten unbehauenen Stämmen errichtet werden. Diese Bauweise nennt man Naturstammbauweise. Alternativ hierzu können auch beidseitig gesägte oder behauene Balken verwendet werden. Im modernen Blockbau werden die Stämme nach standardisierten Maßen verarbeitet und mit einer Profilfräsung versehen. Bei dieser Bauweise werden die einzelnen Elemente wie ein Bausatz übereinander gestapelt. Mit Hilfe von großen Holzdübeln werden die einzelnen Elemente verbunden, bei den bearbeiteten Bohlen wird mit einer Rundung oder Nut gearbeitet, mit der die Teile ineinander gesteckt werden. Als Dichtungsmaterial zwischen den einzelnen Elementen wurde früher Moos oder Schafwolle verwendet, auch Leinen war zur Abdichtung gebräuchlich. Heute wird stattdessen ein elastisches Dichtband oder eine synthetische Dichtmasse verwendet. Hierdurch wird auch eine gute Isolierung erreicht. Weitere Variationsmöglichkeiten bei der Errichtung eines Blockhauses bieten die Gestaltung der Eckverbindungen und die Einbindung der Innenwände. Außerdem gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für die Verwendung von Ständern an Türen und Fenstern. Die Sparren können je nach Bauweise direkt auf der Wand aufsatteln oder auch unter Verwendung von Pfetten eingebracht werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Lagerung auf den Dachbalken.

Ein besonderer Stellenwert kam von jeher den Eckverbindungen zu. Die Anfertigung perfekter Eckverbindungen zeigte das Können des Zimmermanns und wurde zu seiner Visitenkarte. Einer der bekanntesten Verbindungsstile ist die Verkämmung, auch Sattelkerbenbauart genannt. Hierbei werden in die beiden aufeinander treffenden Stämme an den Auflagestellen Kerben gefertigt. Bei der kanadischen Variante dieser Bauart wird an der Stammoberseite die Kerbe keilförmig angefertigt. Anstelle einer Spitze bekommt der Keil einen Sattel. Wenn der untere Stamm im Durchmesser abnimmt kann hierdurch der obere Stamm passgenau nachrutschen. Bei der Bauart mit Rundkerben müssen die Kerben an beiden aufeinander treffenden Stämmen passend gefertigt werden. Eine alternative Möglichkeit der Gestaltung von Eckverbindungen ist die Überblattung. Hierzu werden die Stämme an den Seiten verjüngt und passgenaue Aussparungen an Ober- und Unterseite angefertigt. Werden für den Bau des Blockhauses vorbehandelte Balken verwendet, also gesägt oder behauene Stämme, so wird die Eckverbindung oftmals mit einer Schwalbenschwanzverzinkung durchgeführt. Bei dieser Verbindungsart wird in der Regel auf einen Überstand verzichtet. In jedes Balkenende wird hierbei ein Schwalbenschwanz geschnitten. Durch die Neigung in beide Richtungen werden die Stämme verankert. Im schwedischen Raum werden die Eckverbindungen mit einem Verfahren verbunden, welches Zugluft im Innenraum minimiert. Da dieses Verfahren mit einem hohen Aufwand verbunden ist, wird es überwiegend für Wohngebäude angewendet. Besonders aufwendig gestaltet wurden häufig die sichtbaren Stirnseiten der in die Außenwände eingelassenen Zimmerwände. Die Gestaltungsmöglichkeiten dieses sogenannten Zierschrots waren vielzählig und jeder Balken wurde einzeln mit einem anderen Motiv ausgestaltet. Gängige Motive sind Kreuze, Herzen, Kirchen oder Buchstaben.

Bei heutigen Blockhäusern wird auf die sich überschneidenden Eckverbindungen verzichtet, um die Dichtigkeit der Häuser zu erhöhen. Bei der heute gängigen Blockbauweise werden die einzelnen Balken bereits im Werk zusammengesetzt und kommen als Wandelemente an die Baustelle, wo sie zusammengefügt werden. Moderne Blockhäuser sind in vielen Variationen erhältlich. So findet man Häuser in der klassischen Rundstammform, zu Vierkanthölzern verarbeitete Stämme oder Bretter aus mehrschichtig verleimten Einzellammellen. Häufig werden Blockhäuser als Garten- oder Gerätehäuser verwendet, auch der Einbau einer Sauna wird gerne vorgenommen. Es gibt natürlich auch Blockhäuser, die zu Wohnzwecken dienen. Diese haben mit der Urform der Blockhäuser nur noch sehr wenig gemein. Da in diesen Häusern der Staubgehalt geringer ist als in anderen Häusern sind sie besonders für Allergiker häufig von Interesse. Blockhäuser bieten ein gemütliches Klima und haben durch den natürlichen Duft nach Nadelholz ein besonderes Flair. Durch die Verwendung bestimmter Hölzer lassen sich die Isoliereigenschaften des Hauses beeinflussen. Beispielsweise Polarkieferholz hat besondere selbstregulierende Eigenschaften in diesem Bereich, welche die Temperatur im Haus beeinflussen.

Eine besonders weite Verbreitung in Europa fanden Blockhäuser in der Bronzezeit, also etwa von 2200 v. Chr. bis 800 v. Chr.. Die ersten Bauten in Blockbauweise lassen sich jedoch deutlich weiter zurückverfolgen. Sie gehören zu Siedlungen in Westbayern und Oberschwaben, die im Zeitraum von 2900 bis 2500 v. Chr. entstanden und zur sogenannten Goldberg III-Gruppe zählen. Neben der ursprünglichen Blockhausform gab es seinerzeit noch die Ständerbauweise. Eine Übergangsform bildet das Blockhaus bei dem die Stammlagen zwischen Ständern aufgeschichtet wurden. Später wurde das Blockhaus zum Umgebindehaus weiterentwickelt. Diese besondere Bauweise vereint Elemente aus der Blockbauweise mit Elementen des Fachwerkbaus und der Massivbauweise. Umgebindehäuser bestehen aus zwei baulich voneinander getrennten Bereichen: dem Stubenkörper und dem Obergeschoß mit Dach.

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